<<< Zurück zur Feedbackübersicht

Buchrezensionen

Rezension im Nexus Magazin, Ausgabe 22, April-Mai 2009

Fließendes Geld, Die Geburt des Goldenen Zeitalters

Es gibt Geschichten, die eine Art Erinnerung in uns wachrufen. Es sind Erzählungen, die irgendetwas in uns zum Klingen bringen. Für viele erzählte der Film “Matrix” offenbar eine solche Geschichte: für andere ist es das Epos “Herr der Ringe”.

Ludwig Gartz sieht hier ein Wissen angelegt, das uns als Menschen hilft, eine Thematik ins Bewusstsein zu holen. In “Herr der Ringe”, so seine These, ist der Kampf des Bewusstseins der Menschheit mit dem Zinssystem symbolisch verschlüsselt. Das erschien mir zunächst weit hergeholt, beim Lesen des Buches hat diese Interpretation für mich aber an Plausibilität gewonnen.

Das erste Kapitel des Buches widmet sich der Aufklärung über das Zinssystem. Hier findet der Leser eine gute Zusammenfassung wichtiger Freigeld-Theorieansätze von der Liquiditätsprämie als Standard für den Zins, über die Abzinsung der Zukunft als Grundproblem eines verantwortungsvollen, wirtschaftlich-ökologischen Handelns bis zum Geldmachtapparat aus Politik, Wissenschaft und Medien, der für die Sicherung des Systems sorgt. Das ist für denjenigen, der sich mit Freigeldtheorien etwas auskennt, theoretisch nicht immer zufriedenstellend, für den Neueinsteiger aber eine gute, bisweilen auch anspruchsvolle Lektüre.

Ein Zinssystem produziert automatisch Mangel und eine Spaltung der Gesellschaft, die sich zunehmend verstärkt. Das sind die mehr oder weniger bekannten materiellen Auswirkungen der Zinswirtschaft. Auf der Ebene des damit verbundenen Bewusstseins analysiert Gartz “neun negativ dominante Tendenzen”, die unsere spirituelle und persönliche Entwicklung behindern. Die Tendenzen zu Verknappung, zum feindlichen Wettbewerb, zur Beraubung, die Tendenzen zur Verschwendung und zur Bestechung, zur Täuschung und zur Verwirrung sowie letztlich die Tendenzen zur Angst und zur Schuldzuweisung. Diese neun Tendenzen bedingen und verstärken einander und obwohl das nicht immer konsistent argumentiert sein mag, ist es dennoch Dynamit. Gartz vergleicht sie, nicht ganz aus der Luft gegriffen, mit den Neun Schwarzen Reitern in “Herr der Ringe”.

Im zweiten Kapitel diskutiert Gartz Lösungsansätze für eine ganzheitliche freie Marktwirtschaft. Eine Umlaufsicherungsgebühr ist dafür eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung. Eine Bodenpacht und eine Besteuerung des Ressourcenverbrauchs sind weitere wesentliche Eckpfeiler, ebenso wie ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Gartz legt für mich überzeugend dar, dass diese vier Ordnungsprinzipien ausreichend sind, um die Selbstregulation der Gesellschaft wieder in Gang zu setzen. Dauerhaftes Wachstum ist in unserer Gesellschaft nur notwendig, um Zinsen bezahlen zu können. Biologische Systeme dagegen wachsen nur bis zu einem bestimmten Punkt und sind dann in einem relativ stabilen dynamischen Gleichgewicht mit ihrer Umwelt. Während die Kapitallogik asozial und unmoralisch ist, ist die zugrundeliegende Logik des Zinses destruktiv und krank. “Wucher” und “Wucherungen” haben nicht zufällig denselben Wortstamm.

Die Einführung fließenden Geldes und einer ganzheitlichen freien Marktwirtschaft würde alle Bereiche des Lebens verändern. Der Autor spricht von einer “tiefgreifenden Transformation der Menschheit” und der “Geburt des Goldenen Zeitalters”.

Diese These wird sicher auf den größten Widerstand treffen, ist aber eine tiefe Diskussion wert. Obwohl der Stil des Autors sicher nicht jedermanns Sache ist und auch ich mit seiner inspirierten Sprache meine Probleme hatte, argumentiert Gartz klar und verdeutlicht den Gegensatz zwischen dem Leben in einem Zinssystem und einer gelebten Spiritualität überzeugend.

cv

 

Rezension von Angelika Garbaya, Berlin

Ludwig Gartz * Fließendes Geld – Die Geburt des Goldenen Zeitalters

Mit diesem Buch ist seinem Autor, Ludwig Gartz, ein ganz großer Wurf gelungen. Das Buch lässt keinen Zweifel mehr daran, dass uns unser Wirtschaftssystem am Ende alle in den Abgrund reißen wird und uns mehr und mehr in unserem Menschsein ruiniert. Es zeigt auf, dass die ökonomischen und finanziellen Desaster, die über uns hereinbrechen und weiter hereinbrechen werden, nicht einer Gruppe von Menschen, auch keiner besonderen Berufsgruppe und auch nicht der viel gescholtenen „menschlichen Gier“ geschuldet sind. Was uns im Würgegriff hat, ist ein Geld, das seinen Dienst nicht tut und das in allen Bereichen dafür sorgt, dass sich die Dinge trotz angestrengter Versuche und Gegenmaßnahmen immer nur zum Schlechteren entwickeln. Ludwig Gartz sieht klar, was in unserer Welt los ist und was wir wirklich zu tun haben, um das Goldene Zeitalter einzuläuten. Er hat auch eine klare Vorstellung von der Welt, wie sie aussehen kann, wenn wir als Menschheit die richtigen Schritte einläuten.
Wie Schuppen fällt es einem beim Lesen von den Augen: keine Beziehung, keine Familie, kein Beruf, kein Unternehmen, kein Land, kein Biotop – nichts und niemand bleibt von den katastrophalen Auswirkungen des Kapitalismus verschont. Wenigen gelingt es, all dem Elend, der Verarmung und Zerstörung die richtige Ursache zuzuweisen: den Fehler im Geld, der zum großen Teil unserer kollektiv falschen Grundannahme geschuldet ist, das Geld sei nicht nur „Tauschmittel“, sondern gleichzeitig auch noch „Wertmesser“ und sogar „Wertspeicher“. Eine fehlerhafte Grundannahme, die heute noch jeden Tag vom Katheder der Volkswirtschaftslehre doziert wird.
Daher wird natürlich auch nicht über die einzig wahre und wahrhaft not-wendige Korrektur gesprochen: „Dem Geld seine Überlegenheit gegenüber Waren und menschlicher Arbeitskraft nehmen.“ Ludwig Gartz macht mit seinem Buch endlich die langersehnte Ausnahme und hat die tatsächlichen Zusammenhänge von Geld und Wirtschaft mit klaren, aufrichtigen und verständlichen Worten dargelegt.
An manchen Stellen stimme ich nicht ganz mit seinen Vorschlägen überein. Zum Beispiel halte ich das Bedingungslose Grundeinkommen für eine ökonomische Unmöglichkeit. Ich bin aber wieder völlig eins mit seinem Wunsch nach Wohlstand, Sicherheit und Frieden für alle Menschen, dem dieser Vorschlag entspringt. Wenn immer mehr Menschen sein Buch lesen und sich immer mehr Menschen mit der Materie befassen, so bin ich völlig sicher, dass wir gemeinsam die noch vorhandenen Unschärfen in ökonomisch-technischer Hinsicht auswetzen werden. Bücher werden schließlich immer gemeinsam von Autoren und Lesern geschrieben.
Und so kann ich nur zu einem Schluss kommen: Lesenswert! Dieses Buch ist einfach nur lesenswert. Beteiligen Sie sich an der Verinnerlichung der Erkenntnisse, die uns Ludwig Gartz hier auf dem silbernen Tablett serviert und beteiligen Sie sich vor allen Dingen an Ihrer zügigen Verbreitung. Denn darin liegt der Schlüssel zum Portal des Goldenen Zeitalters.
Angelika Garbaya

 

<<< Zurück zur Feedbackübersicht

 

Hier beginnen die Leserbriefe

Lieber Herr Gartz,
mit Begeisterung hab ich ihr Buch “Fließendes Geld” gelesen und habe es mehrfach an Freunde und Bekannte weiterempfohlen.
Ich danke Ihnen, daß sie dieses Buch geschrieben haben.
Liebe Grüße
Svenja Wiegmann

Hallo Herr Gartz,
ich habe Ihr Buch “Fließendes Geld” gelesen und bin sehr begeistert. Wir haben hier in der Uckermark ein Forum gegründet zu dieser Thematik und ich würde dort gerne Ihren Flyer verteilen und ihn auch an anderen Orten auslegen. könnten Sie mir noch ein paar zuschicken?
Mit freundlichen Grüßen,
Natascha Feld

“Fließendes Geld”, ein Thema was alle Menschen interessiert, die erleben, dass die Banken auf dem Geld sitzen und die Wirtschaft gerade (mal wieder) nicht genügend fließendes Geld hat. Ludwig Gartz beschreibt in seinem Buch in fließender und einfacher Sprache für jedermann, warum wir die aktuelle wirtschaftliche Situation zwangsläufig erleben müssen. Genial ist, dass er aus dem Buch “Herr der Ringe” von Tolkin ableitet, wie es schon lange absehbar war, dass unser Wirtschaftssystem einige Unstimmigkeiten beinhaltet.
Der Bezug zur Parabel von Tolkin erlaubt jedem Leser den von Wirtschaftswissenschaftlern so verkomplizierten Geldskreislauf zu verstehen. Über “Herr der Ringe” malt Ludwig Gartz viele anschauliche und ausdruckvolle Bilder, die den Geist des Lesers ansprechen.
Wunderbar, dass es keine Verurteilungen der Handelnden in unserer Wirtschaft gibt. Liebevoll zeigt Ludwig Gartz auf, wie sie zwangsläufig dem System erliegen.
Gartz stellt sich gleichwertig neben Prof. Margrit Kennedy, deren Werk “Regionalwährungen” für einige Leser zu theoretisch erscheinen mag oder denen “Die Erde plus 5%” von www.larryhannigan.com zu kindlich ist. Ein wichtiges Buch für alle Menschen, die mithelfen wollen, die Schönheiten unserer Erde noch mehr zum Leuchten zu bringen.
Ernst Hammes

Hallo, Ludwig,
Dein Buch habe ich gleich innerhalb von 2/3 Tagen gelesen. Ich fand es spannend, sonst hätte ich bestimmt länger gebraucht. An einigen Stellen fand ich, dass es sich ab und zu wiederholt hat. Das mag aber daran liegen, dass ich die Thematik schon kannte. Also insgesamt ein tolles Buch.
Viele Grüße
Bernd

<<< Zurück zur Feedbackübersicht